KOLA: Koblenz-Landauer Studien zu Geistes-, Kultur- und Bildungswissenschaften, Band 2
Helmut Husenbeth:
"Es ist ein Schnitter / heißt: der Todt" - Sterben, Tod
und Auferstehung im geistlichen Lied des 17. Jahrhunderts


Die vorliegende Studie behandelt das von der germanistischen Literaturwissenschaft bisher nur wenig beachtete Feld der "Totenlieder" - und zwar speziell im Bereich der geistlichen Volkslieder. Dieses Liedgut befindet sich im Schnittpunkt literaturwissenschaftlichen, theologischen und volkskundlichen Interesses. 

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den Toten- und Sterbeliedern der Barockzeit. Die Produktion dieser Lieder erreicht im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt, wobei insbesondere der Gedanke der "Vanitas" vielfach variiert wird. Emblematische Todesgestalten wie der "Schnitter" und der "Schütze" oder der den Totentanz anführende "Spielmann" sind in Liedern und auf Flugblättern allgegenwärtig.

Da diese Motive schon Jahrhunderte früher in Texten und Bildern auftreten und auch über das 17. Jahrhundert hinaus weiterexistieren, greift der Verfasser auf die Geschichte der Totenlieder und ihrer wesentlichen Motive zurück und schlägt einen Bogen von den Todesvorstellungen der Antike und der alt- und neutestamentlichen Verkündigung über das Denken des Mittelalters bis hin zur Gegenwart. Dabei wird differenziert zwischen vorreformatorischer bzw. katholischer und evangelischer Traditionslinie, aber auch zwischen theologischem Denken und den jeweiligen zeittypischen Vorstellungen des "Volksglaubens". 

Im Mittelpunkt der Studie steht die Analyse ausgesuchter Textbeispiele, die auf die Vorstellungen von Sterben, Tod und Auferstehung hin befragt werden. So lassen sich sowohl sprachlich-ästhetische als auch mentalitätsgeschichtliche Veränderungen in Entstehung und Rezeption der Totenlieder nachverfolgen. - Ein umfangreicher Anhang mit Liedtexten und Flugblattdrucken ergänzt die Darstellung.


ISBN 3-88476-987-4, 348 S., kt., € 34,50 (2007)


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