Anglistik - Amerikanistik - Anglophonie, Band 4
Marion Fries-Dieckmann:
Samuel Beckett und die deutsche Sprache - 
Eine
Untersuchung der deutschen Übersetzungen des dramatischen Werks


Was Samuel Beckett der deutschen Sprache bereits in seinem ersten Roman zuschreibt, wird in den deutschen Übersetzungen seines Werks manifest. Es sind die einzigen Übersetzungen neben seinen Eigenübersetzungen ins Englische und Französische, an denen der Autor selbst maßgeblich mitarbeitet. Das Deutsche wird in der vorliegenden Studie als dritte, autodidaktisch erlernte Sprache Becketts nachgewiesen. Ihr Stellenwert kommt besonders in den Übersetzungen des dramatischen Werks zum Ausdruck: Beckett nutzt das Bildhafte des Deutschen – „plastic words“ –, um den Text in ein zwiespältiges Verhältnis zum dargebotenen Bild, dem stage image, zu setzen. Deutlich wird dies vor allem an seinen eigenen Regiearbeiten am Berliner Schiller-Theater und beim Süddeutschen Rundfunk Stuttgart. Insbesondere die Skripte dieser Inszenierungen geben Aufschluss darüber, dass die deutschen Übersetzungen sich selbst und das dramatische Werk immer wieder neu entwerfen und transformieren.

Damit gewinnen die deutschen Übersetzungen und das Deutsche eine Schlüsselfunktion für Becketts Drama und Ästhetik: Sie setzen die Sprachkritik des Nobelpreisträgers durch eine neue Text-Bild-Relation sinnfällig ‚ins Bild‘. Damit sind sie für ihn ein Ausweg aus dem Dilemma, mit Sprache gegen Sprache angehen zu müssen.


ISBN 978-3-88476-879-2, 236 S., kt., € 24,50 (2007)


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