LIR - Literatur Imagination Realität, Band 8
Ulrike Borgmann:
Von Lindisfarne bis Hastings:
Kampf und Kriegskunst in der angelsächsischen Chronik


Die Berichterstattung der angelsächsischen Chronik, der einzigen volkssprachlichen Chronik des europäischen Mittelalters, wird über weite Zeiträume von Schilderungen kriegerischer Ereignisse dominiert, die die englische Geschichte vom Beginn der Wikingereinfälle Ende des achten Jahrhunderts bis zur normannischen Eroberung prägten. Die spezifischen Sichtweisen der Chronik als wichtigstes Zeugnis dieser Periode haben auch die moderne Geschichtsschreibung in ihren Einschätzungen zum Teil erheblich beeinflußt.

Diese Studie untersucht die angelsächsische Chronik auf die Gestaltung ihres zentralen Berichtsgegenstandes, die inhaltliche und sprachliche Präsentation von Kriegsereignissen. Die Analyse befaßt sich dabei im wesentlichen mit den folgenden Gesichtspunkten: Informationsgehalt der Schilderungen; Kriegskunstverständnis der Chronisten; Darstellungsvermögen und -interessen; Mittel und Methoden ihrer Realisierung.

Ziel ist es, die einzelnen Aspekte der Kriegsdarstellung für die jeweiligen Chroniksequenzen zu erfassen und, davon ausgehend, die Entwicklungsprozesse, denen die Darstellungsweisen unterworfen sind, aufzuzeigen. Es entsteht so ein klares Bild von den Eigenarten der verschiedenen entstehungsgeschichtlich bedingten Schichten der angelsächsischen Chronik und von den unterschiedlichen historiographischen Konzepten ihrer Chronisten.


ISBN 3-88476-096-3, 160 S., kt., € 17,50 (1993)


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