Anglistik - Amerikanistik - Anglophonie, Band 2
Stefanie Winther:
Weibliche Initiation in den Romanen von Virginia Woolf und Doris Lessing


Typische Aspekte des Initiationsromans beziehen sich vorwiegend auf die Entwicklung des männlichen jugendlichen Helden. Da Frauen im 19. und frühen 20. Jahrhundert jedoch anderen sozialen und gesellschaftlichen Zwängen und Gegebenheiten unterlagen, unterscheidet sich die Art des weiblichen Initiationsromans von jener des männlichen. 

Ein Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diese Unterschiede anhand soziologischer, biographischer und literarischer Zusammenhänge zu verdeutlichen und vor allem die Formen weiblicher Initiation im englischen Frauenroman hervorzuheben. Dazu wird nicht nur die soziale Stellung der Frau in ihrer Bedeutung für den Initiationsroman dargestellt, sondern auch die Auswirkung der Lebens- und Arbeitssituation auf die Romane von Schriftstellerinnen berücksichtigt.

Ausgehend von der Darstellung der ersten Strukturen des Initiationsromans bei Frances Burney und Jane Austen wird die Weiterentwicklung dieser Gattung im 19. und 20. Jahrhundert beschrieben.

Als Gattungsmuster für die Initiation einer jungen Frau in die Welt der Erwachsenen werden jeweils ein Frühwerk von Virgina Woolf und Doris Lessing detailliert analysiert. Da sich in der Literatur des 20. Jahrhunderts eine Erweiterung des Initiationsbegriffs herausgebildet hat, derzufolge auch der Übergang der reiferen Ehefrau und Mutter in der Lebensmitte thematisiert wird, werden auch zwei spätere Werke von Woolf und Lessing vorgestellt. Den Abschluß bildet die Darstellung der bei Margaret Drabble stattfindenden Gattungsreflexion des Initiationsromans.


ISBN 3-88476-793-3, 176 S., kt., € 21,00 (2005)


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