Studien zur Englischen Romantik, Band 2
Franziska Schmitt:
Method in the Fragments - Fragmentarische Strategien in der englischen und deutschen Romantik


Kann ein Fragment ein vollendetes Kunstwerk sein? Eine nur scheinbar paradoxe Frage. Texte, die als Fragmente formal einen Gehalt haben, den sie in einer „vollständigen“ Form nicht mehr hätten, führen ein literarisch prekäres Zwischenleben. Zwar hat die deutsche Romantik das Fragment geradezu zum einzig möglichen Modus der Dichtung erklärt, doch sie scheint damit eine Außenseiterstelle einzunehmen. Die englische Romantik dagegen hat zwar eine enorme Anzahl von Fragmentgedichten, aber keine eigenständige Theorie des Fragments. Wie eng hängen die jeweilige „Romantik“ und „Fragmentarizität“ zusammen – und noch wichtiger: Handelt es sich dabei um dasselbe Phänomen?

Die vorliegende Arbeit liefert den lange überfälligen Vergleich der „romantischen Fragmentarizität“ in beiden Ländern. Sie untersucht sechs Dichter im Hinblick auf Fragmentarisches in ihrer Philosophie und Poetik, insbesondere aber auf die Form ihrer Texte hin: die deutschen Frühromantiker Friedrich Schlegel und Novalis (Friedrich von Hardenberg) sowie die englischen Romantiker Samuel Taylor Coleridge, Percy Bysshe Shelley, John Keats und Lord Byron. Die dabei aufgedeckten Parallelen in Epistemologie und Sprachphilosophie mögen nicht verblüffen, doch selbst bei deutlich unterschiedlichen äußeren Realisationsformen (frühromantische „Fragmente“, Romane, Gedichte) erweisen sich die spezifischen formalen Strategien als außerordentlich ähnlich. So ergibt sich eine erstaunliche Antwort: Es steckt nicht nur – mit den Worten Coleridges – „method in the fragments“ (CWC 4:1, 449), sondern sogar eine ähnliche, wenn nicht gar dieselbe Methode.


ISBN 3-88476-708-9, 440 S., kt., € 42,50 (2005)


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