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Schriftenreihe Literaturwissenschaft, Band 60
Beate Rüter:
Grenzen des Frau-Seins und Versuche einer Überwindung -
Das schriftstellerische Werk von Eva Figes


In Eva Figes’ Einleitung zu ihrer für die Wiederbelebung der Frauenbewegung in England richtungsweisenden Studie Patriachal Attitudes. Women in Society (1970) deutet sich die Problemstellung der vorliegenden Arbeit an: „By assigning sex roles and sex-related interests we limit human possibilities.“ Diese Aussage prägt nicht nur ihre nicht-fiktionalen Werke, sondern auch ihr Romanschaffen, das trotz der Anerkennung von seiten der Literaturkritik und Schriftstellerkollegen bisher noch nicht die ihm gebührende Würdigung erfahren hat. Nach Aufarbeitung des Entstehungskontextes des Werkes folgt die Erarbeitung von Figes’ feministischer Grundposition, um die Wechselbeziehung zwischen ihrer theoretischen Überlegungen und Themen bzw. Erzählstrategien in ihren Romanen analysieren zu können. Ein erster thematisch ausgerichteter Teil konzentriert sich auf Auswirkungen, die patriarchalische Strukturen und Denkweisen auf Frauen in der Gesellschaft haben. Durch den chronologischen Ansatz gelingt es, die Entwicklung im erzählerischen Werk aufzuzeigen, hier vor allem auch die zunehmenden Versuche einer erfolgreichen Durchbrechung von weiblichen Rollenstereotypen und Grenzsetzungen der weiblichen Existenz. Ein zweiter thematischer Teil beschäftigt sich mit der Grenzsetzung menschlichen Daseins durch die Zyklushaftigkeit des Lebens, insbesondere mit Alterungsprozeß, Vergänglichkeit und Tod, deren negativen Erscheinungsformen Figes ihr Konzept von memory entgegenstellt. Abschließend folgt die Analyse der erzähltechnischen Mittel, mit deren Hilfe Figes für jeden einzelnen Roman eine spezifische Erzählweise entwickelt, die oftmals innovative, nicht selten aber auch modernistische Züge trägt.


ISBN 3-88476-526-4, 309 S., kt., € 29,50 (2002)


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