MOSAIC - Studien und Texte zur amerikanischen Kultur und Geschichte, Band 13
Maria Sturm:
Wettbewerb oder Zusammenarbeit?

Der Einfluß des Ersten Weltkrieges auf die Außenwirtschaftspolitik der USA


Die weitverbreitete Ansicht, wonach der Aufstieg der USA zu einer führenden Position in der Weltwirtschaft unausweichlich sein mußte, wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges plötzlich in Frage gestellt. Dei Regierung in Washington sah sich mit tiefgreifenden Änderungen im Welthandel konfrontiert, die sie zu einer Neubewertung traditionell wichtiger wirtschaftspolitischer Konzepte wie des Zollsystems zwangen. Gleichzeitig waren die unmittelbaren wirtschaftlichen Interessen der USA eindeutig mit denen der Alliierten verbunden, die mit ihren Kriegsaufträgen die USA aus der Rezession von 1914 herausführten. Wenn in amerikanischen Wirtschaftskreisen die Überzeugung vorherrschte, daß Deutschland seine Kriegsziele nicht erreichen konnte (unter anderem weil den Alliierten eben auch die materiellen und finanziellen Ressourcen der USA zur Verfügung standen), dann ging damit die Erkenntnis einher, daß der Wirtschaftskrieg der Alliierten nicht nur der Bekämpfung der deutschen Wirtschaft, sondern auch der eigenen, vorteilhaften Positionierung im Hinblick auf die Nachkriegszeit diente. In diesem Umfeld intensivierte sich in den USA die Diskussion über die eigenen Planungen für die Zeit nach dem Ende der militärischen Auseinandersetzungen, bis hin zu der Frage, wie sehr es im amerikanischen Interesse sein konnte, die Kriegsaufträge und -anleihen fortzusetzen, statt sich auf den antizipierten verschärften Wettbewerb vorzubereiten. Im April 1917 entschärfte der amerikanische Kriegseintritt auf seiten der Alliierten dieses Konfliktpotential. Trotzdem blieben die Zweifel an den Absichten der Alliierten bestehen und beeinflußten auch weiterhin zahlreiche wirtschaftspolitische Aspekte der amerikanischen Beteiligung am Krieg und an den Friedensverhandlungen.


ISBN 3-88476-467-5, 308 S., kt., € 29,50 (2001)


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