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Schriftenreihe Literaturwissenschaft, Band 56
Gerd Kampen:
Zwischen Welt und Text - Narratologische Studien zum irischen Gegenwartsroman
am Beispiel von John McGahern und John Banville


John McGahern und John Banville zählen nicht nur zu den profiliertesten irischen Romanciers der Gegenwart, sie stehen auch wie keine anderen Schriftsteller ihrer Generation für das Nebeneinander weltverweisender und textverweisender Schreibweisen innerhalb des irischen Romans. Die Dominanz des Referentiellen bei McGahern und des Selbstreferentiellen bei Banville ist jedoch nur die eine, unmittelbar sichtbare Seite ihrer Prosa. Der vorliegende Band untersucht, wie selbst in den vorgeblich realistischen Romanen McGaherns illusionsstörende Erzählverfahren den Weltbezug beeinträchtigen oder sogar punktuell aufheben, und wie andererseits Banvilles Romane hinter ihrer spielerisch postmodernistischen Fassade sehr wohl in einer konkreten, zeitgeschichtlichen Wirklichkeit verankert sind. Dabei greift die Studie auf bislang unbekanntes Quellenmaterial zurück, wie etwa die in der Trinity College Library in Dublin aufbewahrten Romanmanuskripte Banvilles, ein frühes Erzählfragment McGaherns, zahlreiche Essays und Rezensionen und zwei für diese Arbeit geführte Werkstattgespräche. Die Analyse der theoretischen und erzählpraktischen Rückbindung an nicht-irische Erzähltraditionen zeigt am Beispiel dieser beiden Autoren, wie wenig der immer noch verbreitete Ruf von der vermeintlichen Rückständigkeit und Isolation des irischen Gegenwartsromans gerechtfertigt ist.


ISBN 3-88476-490-X, 363 S., kt., € 32,00 (2002)


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