MOSAIC - Studien und Texte zur amerikanischen Kultur und Geschichte, Band 11
Ralfdieter Füller:
Fiktion und Antifiktion:

Die Filme David Lynchs und der Kulturprozeß im Amerika der 1980er und 90er Jahre


Die vorliegende Studie untersucht anhand der Filme des amerikanischen Kultregisseurs David Lynch Prozesse kulturellen Wandels im Amerika der 1980er und 90er Jahre. Sie geht dabei vor allem der Frage nach, welchen Einfluß filmische Amerika-Fiktionen auf die gesellschaftliche Konstruktion und Tradierung vorherrschender Wirklichkeitsbilder - und damit auch auf die Wahrnehmung Amerikas selbst - haben. Insofern der Film schon aufgrund seiner Breitenwirkung und seiner vielschichtigen Wirkstruktur die wohl einflußreichste Form kultureller Selbstverständigung im Medienzeitalter darstellt, bestimmt er weitgehend, was als ' wirklich' oder ' wahr' gilt.

Während Lynch häufig unterstellt wird, er feiere völlig unkritisch amerikanische Werte und verkläre die amerikanische Popkultur, wird hier gezeigt, daß in seinen Filmen von Blue Velvet (1986) bis Twin Peaks: Fire Walk with Me (1992) die vordergründig affirmative Haltung so sehr überzeichnet wird, daß sie zwangsläufig in ihr Gegenteil umschlägt. Durch die Verfremdung des Gewohnten und als selbstverständlich Empfundenen wird das Publikum veranlaßt, das dominante Amerikabild kritisch zu überdenken und dessen Konstruiertheit zu erkennen. Analysen von Terry Gilliams Brazil (1985), Joel Coens Barton Fink (1991) und Dominic Senas Kalifornia (1993) positionieren Lynchs Werk in den filmischen Kontexten, in denen es entstand und auf die es selbst traditionsbildend zurückwirkte. 


ISBN 3-88476-455-1, 284 S., kt., € 27,00 (2001)


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