LIR - Literatur, Imagination, Realität, Band 24:
Susanne Becker
Gattungskonstruktionen in der Geschichte der zirkulierenden Literatur

Rekonstruktionsverfahren am Beispiel des abenteuerliterarischen Netzes


Gattungen werden in einem historisch je charakteristischen Feld von literatur-, lese-, buchmarkt- und forschungsgeschichtlichen Bedingungen konstruiert. Ausgehend von dieser These entwirft die Studie am konkreten Gegenstand der Abenteuerliteratur ein reproduzierbares Modell der Gattungsrekonstruktion. Dazu wird die traditionelle Selektion prototypischer Gattungsrepräsentanten durch eine umfassende bio-bibliographische Ermittlung des konkreten abenteuerliterarischen Bestandes zwischen 1840 und 1935 ersetzt. Das so definierte Konzept der zirkulierenden Literatur löst sich vom literarhistoriographischen Primat der Entstehungszeit, um konsequent die vielzitierte Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen in den Blick zu nehmen.

In diesem innovativen methodischen Rahmen wird das abenteuerliterarische Netz als ein komplexes, anpassungsfähiges Ganzes mitsamt den typischen Strategien und Mechanismen seiner Konstruktion analysiert. Die Studie gibt Auskunft über die Rhythmen und Konjunkturen der Überlieferung, die Produktions- und Signierungspraktiken der beteiligten Akteure, die historisch jeweils flexiblen Austauschbeziehungen zu anderen Gattungen sowie über die charakteristischen literarischen und diskursiven Artikulationsmuster und dokumentiert schließlich die fortgesetzte Präsenz der Abenteuerliteratur in einer historischen Phase, die bislang konsensuell als das Ende der Gattung galt.


ISBN 3-88476-391-1, 476 S., kt., € 36,00 (2000)


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