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Schriftenreihe Literaturwissenschaft, Band 44
Christine Radde:
Else Lasker-Schülers Hebräische Balladen


Die hebräischen Balladen zählen zu den berühmtesten Produktionen von Else Lasker-Schüler (1869 - 1945), der deutsch-jüdischen Dichterin, deren Rollenspiele und lustvolle Selbststilisierungen zu einer mystifizierenden Rezeption ebenso beigetragen haben wie ihre teilweise sperrigen Texte und nicht zuletzt ihr tragischer, von der deutschen Nachwelt lange nicht bewältigter letzter Lebensabschnitt im Schweizer und Jerusalemer Exil.

Analysiert wird jedes einzelne der zwanzig religiösen Gedichte, die Else Lasker-Schüler in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts veröffentlichte und zuerst 1913, dann in erweiterter Form noch mehrfach bis 1920 unter dem Titel "Hebräische Balladen" zusammenfaßte. In den Einzeluntersuchungen werden neben der Deutung des jeweiligen Gedichts aufschlußreiche Entwicklungslinien nachgezeichnet. Zu nennen sind hierbei sprachliche Veränderungen, Else Lasker-Schülers Einstellungen zur Religion und zum jüdischen Glauben und die Entwicklung ihres Selbstverständnisses als Dichterin.

Die vorliegende Arbeit reiht sich in neuere Forschungsansätze ein, die einen lange vorherrschenden klischeehaften Umgang mit der Dichterin und ihrem Werk hinter sich lassen. Sie verzichtet ganz bewußt auf mehr oder weniger modischen literaturtheoretischen Ballast, um die Gedichte, ihr Umfeld in Else Lasker-Schülers Gesamtwerk, biblische Quellen und zeitgenössische Beeinflussungen hervortreten zu lassen. Erstmals wurden dabei die Lyrik-Bände der Kritischen Lasker-Schüler-Ausgabe als zuverlässige Textbasis genutzt.


ISBN 3-88476-322-9, 308 S., kt., € 28,00 (1998)


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