LIR - Literatur - Imagination - Realität, Band 14:
Helga Sciurie, Hans-Jürgen Bachorski (Hg.):
Eros - Macht - Askese
Geschlechterspannungen als Dialogstruktur


Mit Eros, Macht und Askese sind drei mögliche Formen des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern beschrieben: ein symmetrisches, ein asymmetrisches und eines der Distanz. Die Kategorie (im Sinne von Gespräch ebenso wie im Sinne von Kontroverse) versucht einen Oberbegriff zu formulieren, mit dem unterschiedliche Modellierungen dieses Verhältnisses - gerade auch in historischer Perspektive - zu fassen sind. Denn die Geschichte des Geschlechterverhältnisses eröffnet den Blick auf Männer- und Frauenbilder, die sich keineswegs in einer trostlosen Aneinanderreihung des Immergleichen erschöpfen: So wie sich im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit die Mechanismen zeigen lassen, mit denen die modernen Konzeptionen erst formiert werden, so lassen sich auch alternative Modelle zu den gegenwärtigen Bildern und Verhältnissen entdecken. Das gilt besonders für die künstlerischen Artikulationsformen, die als wahres Organ realer und imaginärer, utopischer und polemischer Vorstellungen fungieren.

Dieser Band, der sich als Teil der gender studies begreift, versammelt Beiträge aus Geschichte, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. Er enthält Untersuchungen zu literarischen Texten und Bildern, zu Illustrationen und Bauwerken, in die jeweils Spuren der Geschlechtergeschichte eingeschrieben sind. Sein Frageinteresse richtet sich auf die Genese der modernen Konzeptionen in der Frühen Neuzeit ebenso wie auf die Alternität des Mittelalters, das andere Modelle der Identität von Männern und Frauen kennt. Und er untersucht die Möglichkeiten der dialogischen Gestaltung der Geschlechterbeziehungen - als Gespräch ebenso wie als Kontroverse.


ISBN 3-88476-132-3, 444 S., kt., € 36,00 (1996)


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