Irene Bandhauer-Schöffmann; Dirk van Laak (Hg.)

Der Linksterrorismus der 1970er-Jahre und die Ordnung der Geschlechter

 



Der Band diskutiert geschlechtsspezifische Deutungen des Terrorismus in den 1970er-Jahren und stellt innovative Forschungen zu einem Überschneidungsfeld unterschiedlicher Wandlungsprozesse vor. Dabei wird das Selbstverständnis terroristischer Gruppen ebenso thematisiert wie die mediale Wahrnehmung des Terrorismus, die antiterroristische Sicherheitspolitik staatlicher Akteure, die Mobilisierung besorgter männlicher Bürger und die Verarbeitung terroristischer Gewalt in Filmen und in der Literatur.

Erstmals wird die Genderperspektive auf den Linksterrorismus in einer vergleichenden Perspektive auf Deutschland, Österreich, die Schweiz, die USA und Japan angewandt. Die Beiträge weisen nach, wie stark dabei auf Stereotypen von Weiblichkeit und Männlichkeit zurückgegriffen wurde. Wichen männliche Terroristen von vermeintlichen Geschlechternormen ab, zog dies Zuschreibungen von Hypermaskulinität oder Feminisierung nach sich. Terroristinnen wurde hingegen ein „unweibliches“ Verhalten attestiert. Bei der Abwehr des Terrorismus reproduzierten sich nicht nur Werte wie Demokratie und Freiheit. Gerade weil sie in den 1970er-Jahren bereits einem radikalen Wandel unterlag, wurde auch die traditionelle bürgerliche Geschlechterordnung mitverhandelt.


ISBN 978-3-86821-486-4, 292 S., kt., € 31,50 (2013)

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