Andrej Bartuschka
Der andere Krieg
US-Propaganda und Counterinsurgency im Kalten Krieg am Beispiel des Vietnamkonfliktes


Der vorliegende Band rückt mit der amerikanischen Propaganda in Vietnam einen zu Unrecht vergessenen Aspekt dieses Krieges in den Mittelpunkt. Die US-Propaganda war ein integraler Bestandteil dessen, was die US-Soldaten den „anderen Krieg“ (Other War) nannten. Abseits der großangelegten Militäroperationen sollte eine Kombination aus politischen, wirtschaftlichen, sozialen und psychologischen Maßnahmen die Machtbasis des Viet Cong untergraben, die Menschen für den „Kampf gegen den Kommunismus“ mobilisieren und einen lebensfähigen südvietnamesischen Nationalstaat schaffen. Milliarden Flugblätter, Millionen Zeitschriften und Zeitungen, Zehntausende Lautsprecher-Tapes, Filme, Radio- und TV-Sendungen sollten den Gegner, die Zivilbevölkerung und die eigenen Soldaten im Sinne der US-Strategie manipulieren. Tausende Amerikaner und Südvietnamesen waren direkt oder indirekt an diesem „Psychokrieg“ (Psywar) um die „Herzen und Gedanken“ der Menschen beteiligt. Es war ein Krieg der Worte und Bilder, der zwanzig Jahre vor dem Tag begonnen hatte, an dem der erste GI den Boden Vietnams betrat, und erst auslief, als die letzten Hubschrauber vom Dach der amerikanischen Botschaft in Saigon abhoben. Indem sie diese von der Forschung vernachlässigte Facette des Vietnamkrieges in den Mittelpunkt stellt, soll die vorliegende Arbeit dazu beitragen, Forschungslücken zu schließen und die Realität des Vietnamkriegs jenseits der die populäre Wahrnehmung dominierenden Search and Destroy-Operationen ausleuchten.

 


ISBN 978-3-86821-451-2, 564 S., kt., € 59,50 (2013)

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