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Schriftenreihe Literaturwissenschaft, Band 30
Jürgen Kamm:
Der Diskurs des heroischen Dramas
Eine Untersuchung zur Ästhetik dialogischer Kommunikation in der englischen Restaurationszeit


Das heroische Drama als charakteristische Form ernster Bühnendichtung im Zeitalter der englischen Restauration ist in der Forschung höchst kontrovers diskutiert worden, wobei die Kritik insbesondere Anstoß an der Wirklichkeitsferne der Handlungsentwürfe und an den sprachlich überfrachteten Figurenreden genommen hat. Die vorliegende Untersuchung setzt es sich zum Ziel, Erklärungen für die wiederholt geäußerten Mißverständnisse über das heroische Drama zu liefern. Zu diesem Zweck wird zunächst der Nachweis erbracht, daß sich das heroic play am Vorbild des Epos orientiert und den dramengeschichtlich bedeutsamen Versuch darstellt, epische Dichtung für die Bühne aufzubereiten. Während im Epos Heldentaten narrativ-monologisch vermittelt werden, ergeben sich für das Drama als deiktisch-dialogischer Form sowohl poetologische als auch aufführungstechnische Erschwernisse. Da heroisches Handeln auf der Bühne schauspielerisch nicht realisierbar ist, bringen die Figuren ihr Heldentum durch heroisches Sprechen im dialogischen Replikenwechsel zum Ausdruck. Die Diskussion dieser formkonstitutiven heroischen Pragmatik erfolgt durch eine Rekonstruktion diskurstheoretischer Konzepte des 17. Jahrhunderts, die durch aktuelle Ansätze der gegenwärtigen Diskursforschung ergänzt und präzisiert werden. Auf dieser Grundlage wird ein systematisches Modell für die Analyse dramatischer Diskurse entwickelt, das erstmalig die Arbeit mit großen Korpora gestattet und das in dieser Studie auf sämtliche in den Texten realisierten Dialogspielformen angewendet wird, in denen sich die Ästhetik des heroischen Diskurses entfaltet.


ISBN 3-88476-186-2, 400 S., kt., € 41,00 (1996)
ISBN 3-88476-187-0, 400 S., geb., € 50,50 (1996)


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