Handbücher und Studien zur Medienkulturwissenschaft, Band 5
Kirsten Zierold:
Computerspielanalyse -
Perspektivenstrukturen, Handlungsspielräume und moralische Implikationen

Rezension "Computerspielanalyse": Anglistik - International Journal of English Studies 24.1 (March 2013), pp. 225-226.



Ausgezeichnet mit dem Dr.-Herbert-Stolzenberg-Award 2011


Computerspiele zählen gegenwärtig zu den kulturell prominentesten und einflussreichsten Medien. Dieser Band stellt ein grundlegendes Instrumentarium zu ihrer Beschreibung und Analyse vor. Durch die systematische Verbindung von ludologischen, narratologischen und bildtheoretischen Ansätzen wird ein Modell der spezifischen Medialität digitaler Spiele entwickelt, das anschaulich macht, wie Computerspiele auf unterschiedlichen medialen Ebenen Perspektiven und Handlungsspielräume für ihre Nutzer/innen inszenieren. Dieses integrative Vorgehen ermöglicht es, der Komplexität des Gegenstandes gerecht zu werden und das Spielerlebnis als aktive multiperspektivische und multimodale Auseinandersetzung mit dem Medium zu beschreiben. Drei exemplarische Spielanalysen am Ende des Bandes machen die zentralen Analysedimensionen Bild/Räumlichkeit, Narrativität und Performativität anschaulich und verdeutlichen das analytische Potential des Ansatzes. Die Beispielstudien untersuchen darüber hinaus die moralischen Implikationen in einzelnen Spielkonstellationen und zeigen, wie unterschiedlich digitale Spiele Fragen der Moral verhandeln können. Über die Fundierung einer systematischen wissenschaftlichen Analyse hinaus eröffnet der Band damit auch neue Blickwinkel für den gesellschaftlichen Diskurs um digitale Spiele und gibt Anregungen für die Vermittlung von Medienkompetenz. Mit diesem grundlegenden Ansatz richtet sich der Band gleichermaßen an Wissenschaftler/innen aus den Game Studies, den Literatur-, Sozial- und Medienkulturwissenschaften und kann auch für die medienpädagogische Arbeit gewinnbringend eingesetzt werden.


"Die von Kirsten Zierold vorgelegte Dissertation bietet ein ausgezeichnetes Panorama der zentralen Kategorien der Computerspielanalyse. Ihren methodischen Ausgangspunkt, Computerspiele als performative Erzählräume zu fassen, die aufgrund ihrer Kommunikationsbedingungen vielfältige Handlungsspielräume und Perspektivenstrukturen erzeugen können, verbindet Zierold mit der programmatischen Frage nach den Verhandlungen und Bearbeitungen von Moral im Spiel. [...] Wie Zierolds Dissertationsschrift [...] belegt, ist in der Erforschung der narrativen [...] und emotionalen Modellierung von Spielkonzepten ein Motor für die Entwicklung im Bereich der Game Studies zu vermuten." (Tim Raupach, MEDIENwissenschaft 4/2012)


ISBN 978-3-86821-330-0, 268 S., kt., € 31,00 (2011)


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