Claudia Olk / Anne-Julia Zwierlein (Hg.)


Innenwelten vom Mittelalter zur Moderne:
Interiorität in Literatur, Bild und Psychologiegeschichte


Das Phänomen der Interiorität, psychischer und physischer Innenwelten, befindet sich am Schnittpunkt zahlreicher Diskurse und Forschungstendenzen verschiedener Disziplinen. In der westlichen Geistesgeschichte ist die gegenseitige metaphorische Durchdringung von 'eigenem' und 'fremdem' Raum nicht erst seit der Romantik eine omnipräsente Denkfigur, obgleich der Begriff 'Innenwelt' im deutschen Sprachraum zuerst bei Jean Paul auftaucht. Der vorliegende Band versammelt interdisziplinäre Analysen einer historischen Bandbreite von Interioriätskonzepten aus Literatur, bildlichen Darstellungen und Psychologiegeschichte. Er verfolgt die Spannung zwischen Selbst-Bewußtsein und Welt-Bewußtsein sowie den 'Rückzug des Individuums in sich selbst' in ihren unterschiedlichen Repräsentationsformen und räumlich-metaphorischen Ausgestaltungen durch die Jahrhunderte. Die diskursiven Strategien zur Errichtung und Abgrenzung innerer Welten zeigen sich hier unter anderem an folgenden historischen Stationen: mittelalterliche Mystik; frühneuzeitlicher Melancholiediskurs; die atomaren Innenwelten der frühneuzeitlichen Naturwissenschaft; die räumliche Metaphorik der (nach)romantischen Musiktheorie; die Korrespondenz zwischen Hysterie und Klaustrophobie im 19. Jahrhundert; freudianische und post-freudianische Vorstellungen einer psychischen Topik; Räume des Rausches und der Erinnerung - bis hin zu Vorstellungen von der Affizierung des Zuschauer-Körpers in der surrealistischen Filmtheorie.


ISBN 3-88476-530-3, 292 S., kt., € 27,50 (2002)


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