Ingo Schwab und Reiner Nolden (Hg.)

Matthias Willwersch:
Die Grundherrschaft des Klosters Prüm


Die Geschichte der dem Erlöser (Salvator) geweihten Abtei Prüm in der Eifel hat stets die regionale Geschichtsforschung wie auch die an allgemeinen und wirtschaftshistorischen Fragen interessierte Historiographie angezogen. Die frühmittelalterliche Karolingergründung bietet dank ihrer reichen urkundlichen und urbarialen Überlieferung ein Zeugnis grundherrschaftlich organisierter kirchlicher Besitzkonzentration und liefert damit der Forschung Stoff für vielfältige Überlegungen.

Die moderne Sichtung des Prümer Materials begann in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts durch Karl Lamprecht. Die Rezeption und Auswertung seiner Ergebnisse erfolgte überaus gründlich eine Forschungsgeneration später durch Matthias Willwersch, der 1912 in Berlin die hier erstmals vollständig gedruckte Dissertation vorlegte.

Willwerschs besitzgeschichtlich orientierte Studie konnte wegen des I. Weltkriegs nur als Teildruck veröffentlicht werden. Die angeschnittene Thematik wurde von der französischsprachigen Forschung zwischen den Weltkriegen weiterentwickelt und erst über den Umweg der sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Diskussion der 70er Jahre in Deutschland aufgegriffen. Die Herausgeber verfolgen mit der Drucklegung dieser Monographie die Absicht, eine forschungsgeschichtliche Lücke zu schließen und der Landesgeschichte ein Werk zur Verfügung zu stellen, das anhand der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Abtei einen Raum abdeckt, der sich von den niederen Landen bis zum Mittelrhein und vom Landgebiet bis nach Westfrankreich erstreckt.

Der Band enthält über die wissenschaftliche Edition des ursprünglichen Textes hinausgehend ein umfangreiches Vorwort, einen Index, ein aktuelles Literaturverzeichnis sowie eine Karte der Besitzungen des Klosters Prüm.


ISBN 3-922031-23-4, 210 S., kt., DM 25,00 (1989) - vergriffen!