Frank, Claus-Günter

Die verlorene Augenhöhe


Eine kommentierte Neuübertragung von Antonio Zucchellis
„Relazioni del Viaggio e Missione di Congo“ von 1712 ins Deutsche,
ergänzt durch einen geschichtlichen Abriss zum Königreich Kongo im 16. und 17. Jahrhundert




Der Kapuziner-Missionar Antonio Zucchelli verbrachte Anfang des 18. Jh. zweieinhalb Jahre in der Grafschaft Soyo im Königreich Kongo an der Mündung des Flusses Zaire. Sein Bericht „Relazioni del Viaggio e Missione di Congo nell’Etiopia Inferiore Occidentale“ über seine Missionsreise wurde 1712 auf Italienisch veröffentlicht. Da die schon drei Jahre später erschienene deutsche Übersetzung teilweise fehlerhaft und heute nur noch schwer lesbar ist, wurde das Buch unter Zugrundelegung des italienischen Originals in das heutige Deutsch übertragen und kommentiert.

Isoliert betrachtet kann Zucchellis Bericht einen einseitigen Eindruck vermitteln. Deshalb war es erforderlich, auch das Umfeld, sowohl zeitlich als auch örtlich, auszuleuchten. 1482 erreichte der portugiesische Seefahrer Diogo Cão die Zaire-Mündung. Südlich des Flusses erstreckte sich das mächtige Königreich Kongo, ein Staat, der sich von damaligen europäischen Staaten kaum unterschied und ihnen auf Augenhöhe begegnete. Die Bereitschaft der Afrikaner, das Christentum anzunehmen war groß.

Diese Augenhöhe ging in den nächsten zwei bis drei Jahrhunderten jedoch verloren. Wie wäre die Weltgeschichte verlaufen, wenn ein oder mehrere christliche afrikanischen Reiche gleichberechtigte Spieler im Konzert der Mächte geworden wären?

Eine Antwort darauf kann dieses Buch natürlich nicht geben, aber es kann einige Schlaglichter auf die Geschehnisse werfen. Interessanterweise scheint sich in anderen Weltgegenden, z.B. Afghanistan, manches heute zu wiederholen.


ISBN 978-3-86821-953-1, 352 S., 29 Abb., € 42,50 (2022)


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