Erlinghagen, Armin (Hg.)
Stefan Andres: Noah und seine Kinder -
Nach der separaten Ausgabe der Legenden kritisch ediert und kommentiert von Armin Erlinghagen


In seinem mythologischen Roman NOAH UND SEINE KINDER, entstanden zwischen 1949 und 1959, greift Stefan Andres die biblische Sintflut-Erzählung auf und entwickelt sie, Motive und Figuren vielfach erweiternd und transformierend, genuin weiter. Mit seinem Noah gestaltet Andres eine poetische Figur, die, im unbestimmten Raum zwischen archaischer Fantasie und moderner Rationalität schwebend, durch ihre Worte und Werke all unsere Vorstellungen über >Gott< ins Wanken bringt. Auch nach der Großen Flut sind Liebe und Haß unter den Menschen dieselben geblieben, herrscht unter ihnen weiterhin Mord und Totschlag. Am Ende steht Noahs Einsicht, seine Arche sei nur mehr der Raum der Meditation über Gott: Nicht wortgewandtes Reden, sondern die Bilder, die durch den Gedanken an Gott und an Göttliches hervorgerufen werden, sind das Bleibende, am eindringlichsten wohl das Bild von Gott als einem an Händen und Füßen gefesselten Kind, das dazu bestimmt ist, durch den Menschen befreit zu werden.

Der Literaturwissenschaftler Armin Erlinghagen hat Stefan Andres' Legendenzyklus, den er zu den originellsten in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen deutschsprachigen Dichtungen zählt, wiederentdeckt und legt ihn hier erstmals in einer textkritisch edierten Gesamtausgabe vor. Angereichert wird die Edition durch umfangreiche texterschließende Materialien und exemplarische Analysen.

Inhaltsverzeichnis (PDF)



ISBN 978-3-86821-947-0, 374 S., kt., 3 Abb. (in Farbe), € 45,00 (2022)

mit PayPal? Oder per Rechnung (Invoice)?