IPHIS - Gender Studies in den Altertumswissenschaften, Band 13

Erzählen der Macht – Macht des Erzählens -
Eine Analyse der sog. Sulpicia-Elegien (Corpus Tibullianum III 8-18)



Eva Werner


Eine Erzählerin ‚Sulpicia‘ und weitere Erzählpersonen inszenieren in den sog. Sulpicia-Elegien (Corpus Tibullianum III 8-18) verschiedene Schlaglichter einer Liebesgeschichte zu einem gewissen Cerinthus, die von Heimlichkeit, Distanz, Eifersucht und Sorge um die geliebte Person, aber auch vom Ideal einer Liebe auf Augenhöhe geprägt ist. Um die Elegien entspinnt sich seit dem frühen 19. Jahrhundert eine Forschungsdebatte, die tief von gender-Stereotypen geprägt ist. Diese Arbeit analysiert die Elegien in ihren verschiedenen gender-Dimensionen, ohne eine Hypothese über das Geschlecht der Autor*innen-Person zugrunde zu legen. Die in der Forschung postulierten, ganz unterschiedlichen Theorien und Mutmaßungen zu dieser Frage führen nämlich vor allem die Zeitgebundenheit philologischer Argumentationen und Kategorien vor Augen. Vor diesem Hintergrund dient die Interpretation der Elegien 8-18 auch als case study für eine rezeptionsorientierte Klassische Philologie, die Wissenschaftsgeschichte und neue theoretische Ansätze wie die gender studies nicht als Beiwerk, sondern als integralen Bestandteil einer Philologie der Zukunft auffasst.

Inhaltsverzeichnis (PDF)


ISBN 978-3-86821-941-8, kt., 236 S., € 30,00 (2022)

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