Leise, Nina

Fictions of Time


Zeitvorstellungen, -erfahrungen und -reflexionen in englischen und amerikanischen Romanen der Gegenwart



Im Zeitalter von Digitalisierung und Globalisierung zählen enorme Beschleunigung in nahezu allen Lebensbereichen sowie empfundene Zeitnot zum Alltag der Menschen westlich-industrialisierter Gesellschaften. Während solche Erfahrungen und die damit einhergehenden Herausforderungen vielfach in den feuilletonistischen Medien sowie in den Wissenschaften analysiert werden, ist die Repräsentation von aktuellen Zeitkulturen in der Literatur noch weitgehend unerforscht, obgleich gerade Romane als reintegrierender Interdiskurs großes Potential haben, alternative Zeiterfahrungen darzustellen. Die vorliegende Studie leistet einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke, indem sie die Repräsentation von Zeitvorstellungen, -erfahrungen und -reflexionen in englischen und amerikanischen fictions of time der Gegenwart (u. a. von Martin Amis, Don DeLillo, Jennifer Egan und Ian McEwan) untersucht. Dabei werden etwa folgende Fragen in den Blick genommen: Welche Zeitvorstellungen und -erfahrungen werden in den Romanen ästhetisch vermittelt? Wie erleben die Romanfiguren ihre zeitliche Umgebung und wie handeln sie darin? Werden alternative Konzepte zur chronologischen Zeit entwickelt und wie werden diese sprachlich repräsentiert? Wie reagieren die Romane auf den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs über Zeit? Anhand der Ergebnisse aus den Romananalysen wird schließlich die Rolle untersucht, die Literatur und insbesondere der Roman einnehmen, um ein differenzierteres Verständnis von Temporalität in einer vom Konzept der absoluten Uhrzeit und von Beschleunigung dominierten Epoche zu entwickeln.


ISBN 978-3-86821-695-0, 230 S., kt., € 29,50 (2017)

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