Rupp, Jan

Pageant fictions

(De-)Konstruktion von "Englishness" und "Britishness" durch literarisch repräsentierte
Rituale von der Edwardianischen Zeit bis zu den Zwischenkriegsjahren in Großbritannien

Rituale haben als Symptome sozialer, politischer und ästhetischer Krisenphänomene zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hochkonjunktur. Besonders historische Pageants - die ritualisierte szenische Wiederaufführung vergangener Epochen und Ereignisse - prägen die öffentliche Inszenierungspraxis der Zeit. Die Geschichte, die Erscheinungsformen und die Funktionen der literarischen Reaktion in ,pageant fictions' werden in dieser Studie erstmals systematisch erfasst und als Paradigma der ritualwissenschaftlichen Erzähltextanalyse vorgestellt. An diesem Genre der englischen Literatur, das bis in die Gegenwart hineinwirkt, lässt sich das komplexe Austausch- und Spannungsverhältnis zwischen Ritualen und der Literatur klären. Das fiktional inszenierte Ritual verändert die literarische Praxis und führt vor allem in spätmodernistischen Werken zu neuen Schreib- und Erzählweisen. Umgekehrt wird es in literarischen Texten folgenreich verändert und als kollektiver Kulturausdruck einer vielschichtigen Reflexion unterzogen. Durch die Inszenierung von Ritualen steigert die Literatur ihr Leistungsvermögen als Medium der Autoethnographie, der kollektiven Identitätsbildung und der Ritualkritik.


ISBN 978-3-86821-690-5, kt., 278 S., € 34,50 (2017)

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