Struth, Christiane

Die Metaautobiographie

Theorie, Poetik und Typologie eines neueren Genres der englischsprachigen Erzählliteratur

Metaautobiographien sind experimentelle Texte, die grundsätzliche Annahmen über die traditionelle Autobiographie infrage stellen. Es sind Lebenserzählungen, die die eigene Entstehung zum Thema erheben. Dadurch geraten die Probleme der Autobiographin bzw. des Autobiographen beim Verfassen der eigenen Lebensgeschichte in den Fokus. Die metaautobiographische Auseinandersetzung mit der traditionellen Autobiographie reicht von werkinternen expliziten Reflexionen über deren Konventionen bis hin zur Erprobung neuer Formen autobiographischen Erzählens. Der autoreflexive Paradigmenwechsel ist getrieben von einigen zentralen Fragen, die die literaturwissenschaftliche und schriftstellerische Exploration des Genres in den letzten Jahren maßgeblich geprägt haben. Wie beeinflussen beispielsweise die Grenzen der Erinnerung das autobiographische Erzählen? Ist die traditionelle Autobiographie eine wirklichkeitsgetreue Abbildung oder eher eine erinnerungsbasierte (Re-)Konstruktion der Vergangenheit angereichert mit fiktionalen und fiktiven Elementen? Inwiefern beeinflussen neue Vorstellungen von dem Subjekt die autobiographische Erzählung? Und auf welche Art und Weise strukturieren kulturell und historisch variable Erzählschemata die Lebensgeschichte? Die Autorin diskutiert diese und weitere Fragen anhand von 28 Werken englischsprachiger Schriftstellerinnen und Schriftsteller und entwickelt mittels kognitiv-narratologischer Analysen ein theoretisches und formalästhetisches Beschreibungsmodell der neuen Gattung, das Parallelen zu der französischsprachigen Autofiktion aufzeigt.


ISBN 978-3-86821-647-9, 524 S., kt., € 59,50 (2016)

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