Manja Kürschner

Zur Fiktionalisierung von Geschichtsschreibung in postkonstruktivistischer metahistoriografischer Fiktion



Die konstruktivistische Wende der 1960er Jahre hat immense Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Geschichte geschrieben wird und wie postmoderne historische Romane mit metahistoriografischen Fragestellungen umgehen. Die inhaltlichen Implikationen und formalen Experimente dieser metahistoriografischen Romane standen und stehen im ständigen Fokus der Literaturwissenschaft. Bislang haben sich literaturwissenschaftliche Untersuchungen jedoch darauf konzentriert, erzählerische Formen zu beschreiben, die den Zweifel an der Möglichkeit betonen, Geschichte überhaupt noch schreiben und von Fiktion abgrenzen zu können. Vernachlässigt wird dabei jedoch, dass neben allem Skeptizismus spätestens seit der Jahrtausendwende auch ein postkonstruktivistischer Umgang mit Geschichte und Vergangenheit erprobt wird.

Die in dieser Studie erstmals analysierten postkonstruktivistischen metahistoriografischen Fiktionen inszenieren die Möglichkeit, historisches Wissen zu generieren und legitimieren Geschichtsschreibung als intersubjektiv gültige Setzung, die als historisches Wissen anerkannt werden kann. Um den Paradigmenwechsel von konstruktivistischer zu postkonstruktivistischer Argumentationsweise charakterisieren zu können, beleuchtet diese Studie die Schnittstelle zwischen den neuesten Entwicklungen in der Englischen Literaturwissenschaft und der Geschichtstheorie und -philosophie. Sie analysiert die Erzählstrategien neuester britischer Romane, die Geschichte als wirkmächtige Setzung ausweisen. Auf diese Weise demonstriert sie, wie postkonstruktivistische metahistoriografische Fiktionen als neue Untergattung der historiografischen Metafiktion Geschichtsschreibung neu bewerten.


ISBN 978-3-86821-600-4, 254 S., kt., 12 Abb., € 29,50 (2015)

mit PayPal? Oder per Rechnung (Invoice)?